Hebamme – Vor der Geburt

Schwanger, Schwangerschaft, Hebammensuche

Schwangerenvorsorge

Hebamme führen diese vorgesehenen Untersuchungen zur Beobachtung eines normalen Schwangerschaftsverlaufes durch und dokumentieren sie im Mutterpass:

  • Feststellung der Schwangerschaft 
  • Errechnen des voraussichtlichen Geburtstermines
  • Ertasten der Lage und Größe des Kindes
  • Abhören der kindlichen Herztöne, CTG-Kontrolle bei Bedarf
  • Blutdruckmessung
  • Blut- und Urinuntersuchungen, Abstriche
  • Screening auf Gestationdiabetes 
  • Vaginale Untersuchung bei Bedarf
  • Veranlassung von weiterführenden Untersuchungen bei auftretenden Regelwidrigkeiten
  • In den Mutterschutzrichtlinien sind drei Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft in der 9. bis 12. SSW, der 19. bis 22. SSW sowie zwischen der 29. bis 32. SSW vorgesehen. Diese Leistung wird nur von den Frauenärzten angeboten. 

Natürlich ist das ausführliche Gespräch und die Beratung ein wesentlicher Bestandteil der Schwangerenvorsorge. Die Schwangerenvorsorge kann sowohl bei der Hebamme als auch in der Frauenarztpraxis bzw. in einem Wechselmodell in Anspruch genommen werden. Bei einer geteilten Vorsorge ist es wichtig, dass sowohl die Ärztin als auch die Hebamme beide gut über den Schwangerschaftsverlauf informiert sind. Im Mutterpass werden alle wichtigen Informationen notiert. Bei Besonderheiten ist gegebenenfalls eine unmittelbare Rücksprache sinnvoll. Hebammenvorsorge kann als Hausbesuch, in der Hebammenpraxis, im Geburtshaus oder auch in einer kooperierenden Praxis (Frauenärztin-Hebamme) stattfinden.

Beratung

Eine Hebamme kann zu allen Fragen beraten, die die neue Lebenssituation von werdenden Eltern betreffen. Dazu gehört unter anderem:

  • Schwangerschaftsverlauf, Ernährung, Reisen, Sport oder Sexualität während der Schwangerschaft
  • Besonderheiten im Schwangerschaftsverlauf (zum Beispiel bei Risikoschwangerschaft, Schwangerschaft nach Sterilitätsbehandlung, bei Beckenendlage oder Fragen zur Pränataldiagnostik)
  • Wahl von geeigneten Kursen und des Geburtsortes
  • Beratung zur bevorstehenden Elternschaft: Säuglingspflege, Bindung, Stillen und Ernährung, Partnerschaft und Familienplanung
  • Erfahrungen früherer Geburten und/oder möglicher Unsicherheiten oder Ängste in Bezug auf die bevorstehende Geburt
  • Rechte und staatliche Hilfen für Eltern

Geburtsvorbereitung

Um werdende Eltern auf die bevorstehende Geburt und das Leben mit dem Neugeborenen vorzubereiten, bieten Hebammen Geburtsvorbereitungskurse an. Hier werden alle Informationen über den Geburtsablauf und die erste Zeit mit dem Neugeborenen vermittelt. Zudem werden Entspannungs-, Wahrnehmungs- und Körperübungen angeboten sowie Positionen und Massagen ausprobiert, die Frauen unter der Geburt gut tun. Der Partner oder die Partnerin lernt, wie eine Schwangere unter der Geburt optimal unterstützt wird.

Ein Geburtsvorbereitungskurs soll ein gutes Körpergefühl vermitteln und das Selbstvertrauen stärken. Natürlich bietet der Kurs auch genügend Zeit für die Beantwortung aller Fragen zur Schwangerschaft und Zeit nach der Geburt. Die Kurse informieren über auch die erste Zeit nach der Geburt, die Bedeutung des Wochenbettes sowie das Stillen.

Geburtsvorbereitungskurse können als Frauen- oder Paarkurs über einen längeren Zeitraum oder als Wochenendkurs gemacht werden. Sollte es aus medizinischen Gründen (etwa vorzeitigen Wehen) nicht möglich sein, einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen, besteht die Möglichkeit, Einzelgeburtsvorbereitung zu Hause oder im Krankenhaus durchzuführen. Hierzu wird eine ärztliche Verordnung benötigt.

Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden

Auch bei Beschwerden während der Schwangerschaft wie etwa Ödemen, Sodbrennen oder Krampfadern steht einer Frau Hebammenhilfe zu. Die Hebamme berät telefonisch oder leistet in der Hebammenpraxis und zu Hause Hilfe. Die meisten kleineren Beschwerden in der Schwangerschaft lassen sich gut mit naturheilkundlichen Mitteln, Massagen, bestimmten Übungen oder anderen Anwendungen beheben. Bei Bedarf leite ich zu einem entsprechenden Facharzt oder Therapeuten weiter. Auch Sorgen oder Ängste bezüglich Schwangerschaft, Geburt oder dem Leben mit dem Neugeborenen können werdende Eltern mit der Hebamme besprechen.

Hilfe bei Fehlgeburt

Hebammen begleiten auch vor, bei und nach Fehlgeburten – zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft. Die Hebamme unterstützt die Frau ihren Bedürfnissen entsprechend in diesem Prozess und kann darüber informieren, welche Optionen jetzt möglich sind. Neben der operativen Beendigung der Schwangerschaft durch eine Curettage besteht auch die Möglichkeit einer kleinen Geburt: durch Abwarten auf einen spontanen Wehenbeginn bzw. medikamentöses Einleiten. Nicht immer wissen Eltern von dieser Optionen. In dieser emotional sehr belastenden Situation ist es oft schwierig, überhaupt Entscheidungen zu treffen. Da nur in seltenen Fälle Eile geboten ist, kann die Hebammenberatung nach der Feststellung der Fehlgeburt für die Frau eine Unterstützung sein, den für sie passenden Weg zu finden. Die Begleitung bei einer Fehlgeburt ist natürlich parallel zur weiteren Betreuung in der Frauenarztpraxis möglich.

Einige Hebammen begleiten auch konkret den Verlauf der „kleinen Geburt“ zu Hause,  wenn sich eine Frau für ein nicht-operatives Vorgehen entschieden hat. Aber auch nach einer Curettage bzw. einem Klinikaufenthalt stehen Hebammen der Frau bei. Die Betreuung bei einer Fehlgeburt umfasst also nicht nur die Zeit unmittelbar vor und während der Fehlgeburt, sondern auch danach. In diesem „kleinen Wochenbett“ nach einer Fehlgeburt unterstützen Hebammen die Frau bei der körperlichen und seelischen Verarbeitung. Sie sind Ansprechpartnerin für Fragen und Sorgen in dieser Zeit. Auch in Hinsicht auf eine gewünschte Folgeschwangerschaft kann die Hebamme beraten.